Arbeitsgruppe "Chronik"

 

     

von links nach rechts:

hinten Horst Weibrecht, Wolfgang Kochendörfer,Uwe Lehmann;

vorn Elke Weise, Sonja Walther; nicht im Bild Mario Lehmann

 

 

Die Arbeit an der Chronik ist abgeschlossen.

Die im A5-Format erstellte Chronik umfasst ca. 300 Seiten und ist inzwischen vergriffen.

 

Aus der Arbeitsgruppe „Chronik“ entstand am 23. Februar 2015 der „Geschichtsverein Zwötzen“
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Zwötzen - Chronik  (Auszüge in Kurzform von Herrn Dr. Kochendörfer)


In überlieferten Arbeiten (Kretschmer, Geweniger) wird berichtet, dass das heutige Gebiet von Zwötzen bereits im 7. Jahrhundert während der Völkerwanderung von einem Sorben und seiner Sippe besiedelt gewesen sein soll. Es wird vermutet, dass der Ortsname von svecena = geweihter Ort abstammt, aber auch von dem slawischen Personennamen Swoč abgeleitet worden sein kann. Im 13.Jahrhundert hat dann ein deutscher Ritter den Ort als Ritterlehen erhalten. Das Geschlecht des Lehnsmannes nannte sich kurzerhand nach dem Besitz: von Zwötzen. Die Flur ist gelegen etwas abseits eines alten Handelsweges, genannt Salzstraße, der von Halle über Gera, Liebschwitz und Werdau nach Böhmen führt.

 

1314
Am 5. September wird Zwötzen erstmals in einer Urkunde erwähnt. In ihr geht es um Abgaben von Hundhaupten und einer Mühle bei „Zcwoczen“, die Heinrich der Ältere, Vogt von Gera (Heinrich IV) dem Kloster Chronschwitz überlässt.

 

1358
Urkundlich wird Zwötzen am 7.9. erstmals als Familienname genannt, und zwar mit „Reynold von Zvocen“ und seinem Bruder Gerhard, wiederum im Zusammenhang mit einem Zins an das Kloster Chronschwitz. 4 Jahre später wird Reynold auch in Verbindung mit dem Kauf einer Leibrente aus umliegenden Dörfern genannt.

 

1533
wird Zweczen erwähnt als ein Kirch- und Grenzdorf slawischer Gründung.

 

1647
Zum Ende des 30jährigen Krieges hatte Zwötzen 54 Einwohner und 12 Häuser.

 

1871
Zwötzen hatte 674 Einwohner.

Die Eisenbahnstrecke Gera – Eichicht (über Saalfeld) wird durch Zwötzen gebaut und am 20.12. in Betrieb genommen. Zwötzen erhält das erste große Brückenbauwerk. Der Bahnhof Zwötzen wird jedoch erst später hinzugefügt. Erst 1885 wird diese Strecke nach Probstzella und Ludwigstadt weitergeführt und an die Frankenwaldbahn angeschlossen.

 

1878
Am 28.04. wird das neue Pfarrhaus in der heutigen August-Bebel-Straße eingeweiht. Erster Bewohner ist Pfarrer Otto Garthe.


1890
Gera-Greizer Kammgarnspinnerei geht am 18.06. in Betrieb; erster Vorsitzender des Aufsichtsrates ist bis 1919 Eugen Ruckdeschel, Gera, nach dem die Straße benannt wurde. 1896 arbeiten 875 Beschäftigte in zwei Schichten.

 

1892
Die mechanische Weberei Meinhard & Bierling wird in der Langen Straße 71 erbaut. Die Kinderbewahranstalt „Heinrichsstift“ der evangelischen Kirche öffnet am 2.10. ihre Pforten.
Die Königlich Sächsische Staatseisenbahn eröffnet am 1.12. die Strecke von Gera-Süd nach Wünschendorf mit der Haltestelle Gera-Ost in Zwötzen.


1895
ersetzt die neue St.Martinikirche die alte, zu klein gewordene Dorfkirche am gleichen Standort. Die Kosten belaufen sich auf 58.300 Taler.


1897
Zwötzen erhält am 1.10. eine Haltestelle an der preußischen Eisenbahnstrecke nach Saalfeld, die bereits seit 1871 existiert.


1899
baut die Geraer Wesselmann-Bohrer-Compagnie A.-G. auf dem Gelände Lange Straße 52 neue Werksgebäude und verlegt am 1.7. ihren Sitz hierher. In den Gebäuden ist heute das berufliche Bildungszentrum Ostthüringen untergebracht.

 

1905
Schulenburg & Besseler (1897 in Gera gegründet) übernehmen die Weberei Meinhard & Bierling in der Langen Straße 71; der weitere Ausbau dieses Werksgeländes erfolgt in den 20er Jahren durch Thilo Schoder, einem Schüler von Henry van de Velde.


1907
Der Ort erhält ein Wasserleitungssystem.

 

1910
Zwötzen erhält ein Gasnetz, von Gera her kommend. Rudolf Sonntag erwirbt Grundstücke an der Kaimberger Straße mit Gleisanschluss zur Umsiedlung seiner Eisengießerei und Maschinenfabrik, die vom Gelände am Geraer Südbahnhof weichen musste. Während der DDR ist diese Fabrik ein Zweigbetrieb des VEB Kombinat WEMA Union.


1911
findet am 30.10. die feierliche Einweihung der Zwötzener Schule statt. Erster Rektor ist Bruno Geweniger, der aus diesem Anlass mit der Festschrift zur Einweihung die erste Chronik von Zwötzen verfasste.


1919
Mit Jahresbeginn wird Zwötzen mit 6030 Einwohnern nebst anderen Orten wie Untermhaus und Lusan per Notgesetz nach Gera eingemeindet. Bis dahin war seit 1895 Adolf Görler Gemeinderatsvorsitzender.


1921
Die Schleifmaschinenfabrik Gebr. Weissker wird in der Kaimberger Str. 9 in Betrieb genommen.


1925
verlängert sich die Straßenbahnlinie Untermhaus-Pforten über den Wintergarten hinaus durch Neudebschwitz bis nach Zwötzen. Die Linie liegt damit auf der Zwötzener Straße. 1934 werden 25 neue Doppelhäuser in der Zwötzener Stadtrandsiedlung und Neubauten (Exmittiertenhäuser) am Schafgraben fertiggestellt. Zwötzen ist in den 30er Jahren regelmäßig Endstation des Anpaddelns des Faltbootvereins Gera, die Strecke auf der Elster beginnt dabei in Berga.


1943
weiht die Kammgarnspinnerei den ersten Betriebskindergarten Geras ein.


1944
befinden sich aufgrund der Kriegsschäden Behelfsheime im Bau, im Schafgraben und zwischen Lusan und Zwötzen. Am 30.November des Jahres werden vor allem Bahnanlagen und Industriebetriebe bei einem Bombenangriff zerstört.


1945
23.2., Bombenangriff, bei dem u.a. die Kammgarnspinnerei Zwötzen getroffen wird. Am 14. April sprengten die Nazis die Eisenbahn- und Straßenbrücke vor der herannahenden Armee der Alliierten. Sie wurden behelfsmäßig wieder instand gesetzt.

 

1950
In der Pfarrstrasse wird eine Freihandbücherei als Außenstelle eröffnet.


1955
eröffnet die Poliklinik "Clara Zetkin" ihre Pforten. Bis zu ca. 30 Ärzte fanden hier eine günstige Wirkungsstätte.


1958
Seit diesem Jahr existiert die neue Straßenbahnverbindung Lusan-Zwötzen.


1960
Bei den Olympischen Spielen in Rom gewinnt der aus der Drogerie in der Langen Straße stammende Jürgen Simon die Silbermedaille im Bahn-Tandem-Fahren zusammen mit dem Erfurter Lothar Stäber. Jürgen Simon startete für den SC Einheit Berlin.


1966
können die Zwötzener wieder ihr saniertes Kino, die "Filmbühne" besuchen.


1975
Mit Schuljahresbeginn hat der Stadtteil eine neue Schule, die Bert-Brecht-Schule. In den letzten Jahren wurde sie jedoch nicht mehr benötigt und 2012 abgerissen.


1980
Eine neue 56 Meter lange Fußgängerbrücke verbindet Debschwitz und Zwötzen in der Verlängerung der Langen Strasse.


1993
Das Stadion der Textilarbeiter wird in "Sportzentrum Gera-Zwötzen Karl Harnisch" umbenannt. Die Kammgarnspinnerei in der Ruckdeschelstraße wird liquidiert.

 

1998
Der Grundstein für das Wohn- und Geschäftshaus "Bürgerhof" wird gelegt. Es enthält ein von der Diakonie betriebenes Betreutes Wohnen sowie im Erdgeschoss einen REWE-Markt und eine Sparkassenfiliale.


2006
Fertigstellung der Stadtbahnlinie 1 Untermhaus - Zwötzen mit den Haltestellen Lasurstraße und Endhaltestelle Zwötzen gegenüber dem Bürgerhof.

 

2011
hat Gera-Zwötzen laut Einwohnerdatenspeicher 4935 Einwohner.

 

 

 

 

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